Opfer einer Straftat

Auch das Opfer einer Straftat kann sich auf vielfältige Weise am Strafverfahren beteiligen. Das Opfer einer Straftat kann unter bestimmten Umständen als Nebenkläger am Strafverfahren teilnehmen, Daneben können auch Schmerzensgeldansprüche im Rahmen des Strafverfahrens geltend gemacht werden.

Die Möglichkeit zur Beteiligung besteht bereits im Ermittlungsverfahren, hier kann sich die geschädigte Person zunächst als Verletzter einbringen und nicht nur Erklärungen abgeben, sondern z. B. auch Akteneinsicht beantragen. Bei bestimmten Straftaten besteht im weiteren Verfahren zudem die Möglichkeit, als Nebenkläger aufzutreten und auf diese Weise zahlreiche Rechte wahrzunehmen. So hat ein Nebenkläger das Recht zur Anwesenheit in der gesamten gerichtlichen Hauptverhandlung, ein Frage- und Beweisantragsrecht sowie das Recht, Richter und Sachverständige wegen der Besorgnis der Befangenheit abzulehnen. Außerdem kann der Nebenkläger unter bestimmten Voraussetzungen selber Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Ferner kann das Opfer einer Straftat Zahlungsansprüche gegen den Täter – z. B. auf Schmerzensgeld und/oder Schadensersatz – im Strafverfahren geltend machen und ist dann nicht mehr auf ein gesondertes zivilrechtliches Klageverfahren angewiesen. Ob diese Möglichkeit sinnvoll ist, hängt allerdings stark von den Umständen des Falles ab und sollte mit Ihrem Rechtsanwalt genau erörtert werden.

In einigen Fällen muss das Opfer sogar tätig werden, damit überhaupt eine Ahndung der Straftat erreicht wird.

Wenn die Staatsanwaltschaft einer Strafanzeige nicht mit der nötigen Konsequenz nachgeht und das Verfahren dann einstellt, kann das Opfer gegen die Einstellung Beschwerde einlegen (Achtung: Frist beachten), über welche die Generalstaatsanwaltschaft entscheidet. Falls diese der Beschwerde nicht stattgibt, folgt gegebenenfalls das Klageerzwingungsverfahren vor dem Oberlandesgericht. Für dieses Verfahren besteht Anwaltszwang.

Im Bereich der leichteren Straftaten wird das Opfer oftmals direkt auf den Privatklageweg verwiesen. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Staatsanwaltschaft die Tat nicht verfolgt, sondern diese Aufgabe dem Opfer überlässt. Soll dann eine Bestrafung des Täters erreicht werden, muss zunächst ein Sühneversuch beim Schiedsamt durchgeführt werden. Wenn dieser nicht zu einer gütlichen Einigung der Beteiligten führt, kann das Opfer beim Amtsgericht Privatklage erheben. Der Privatkläger übernimmt dabei die Rolle des Anklägers – also der Staatsanwaltschaft – und führt das Verfahren auf eigene Verantwortung und auf eigenes Kostenrisiko. Dies sollte man stets bedenken, zumal die überwältigende Mehrheit aller Privatklageverfahren mit einer Einstellung endet, die für den Täter folgenlos ist und das Opfer mit einer erheblichen Kostenlast zurücklässt.

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