Das Strafverfahren

Das Strafverfahren gliedert sich in verschiedene Abschnitte, das Ermittlungsverfahren, das Zwischenverfahren und das Hauptverfahren. Häufig lassen sich Strafverfahren mithilfe einer entsprechenden Verteidigungsstrategie bereits im Ermittlungsverfahren beenden, so dass dem Beschuldigten ein öffentliches Gerichtsverfahren erspart bleibt.

Das Strafverfahren beginnt üblicherweise mit einer Strafanzeige, einige Verfahren werden auch von Amts wegen eingeleitet. Zu Beginn wird das Verfahren als Ermittlungsverfahren oder auch vorbereitendes Verfahren geführt. In diesem Stadium sammeln die Strafverfolgungsbehörden zunächst alle verfügbaren Informationen zum Sachverhalt, wobei die Staatsanwaltschaft – die „Herrin des Vorverfahrens“ – verpflichtet ist, ihre Ermittlungen nicht nur auf belastende Umstände, sondern auch auf entlastende Umstände zu erstrecken. Tatsächlich halten sich die Ermittlungen zugunsten der beschuldigten Person aber oft in engen Grenzen, vor allem wenn kein Verteidiger beteiligt ist.

Zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens hat die Staatsanwaltschaft mehrere Möglichkeiten. Sie kann das Verfahren einstellen, z. B. weil sich der Anfangsverdacht nicht bestätigt hat oder weil trotz fortbestehenden Verdachts eine Bestrafung nicht erforderlich ist (geringe Schuld). Hier kann der Verteidiger oftmals entscheidend Einfluss nehmen.

Bei bestätigtem Verdacht erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage beim zuständigen Gericht und es folgt eine Hauptverhandlung. Je nach Umfang des Verfahrens – vor allem der Beweisaufnahme – kann eine gerichtliche Verhandlung in deutlich weniger als Stunde beendet sein, sie kann sich aber auch über mehrere Verhandlungstage erstrecken. Am Ende der Verhandlung ergeht schließlich das Urteil.

In einigen Fällen wird übrigens auch bei bestätigtem Verdacht keine Anklage erhoben, sondern stattdessen ein sogenannter Strafbefehl erlassen. Dieser setzt keine Gerichtsverhandlung voraus, sondern entspricht vielmehr – vereinfacht ausgedrückt – einer Verurteilung im schriftlichen Verfahren. Natürlich kann man gegen den Strafbefehl schriftlich Einspruch einlegen (Achtung: Frist beachten!), dann wird das Verfahren mit einer gerichtlichen Verhandlung fortsetzt. Oftmals ist ein Strafbefehl aber durchaus im Sinne des Beschuldigten und wird daher vorab zwischen Verteidiger und Staatsanwaltschaft abgesprochen, denn so kann ein Strafverfahren, in dem ein Freispruch und eine Einstellung nicht im Rahmen des Möglichen liegen, relativ diskret zum Abschluss gebracht werden.

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