Erbrecht

Mit dem Erbrecht haben wir zu tun, wenn wir unsere Erbfolge regeln wollen oder von einem Todesfall rechtlich betroffen sind. Weitere Informationen können Sie gern auch unserem Blog in der Kategorie Erbrecht entnehmen.

Erbregelung

Jeder kann bestimmen, was mit seinem Vermögen nach dem Tode geschehen soll. Hierbei sind ein paar Grundregeln zu beachten.

Erbe wird derjenige, dem der gesamte Nachlass (Alleinerbe) oder eine Quote desselben (Miterbe) zugedacht wird. Die Miterben bilden eine Erbengemeinschaft und können nur gemeinschaftlich über den Nachlass verfügen. Möchte ich bestimmte Gegenstände meines Vermögens mit meinem Tode bestimmten Personen zukommen lassen, so handelt es sich in der Sprache des Bürgerlichen Gesetzbuches um ein Vermächtnis. Der Anspruch aus dem Vermächtnis ist gegen den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft zu richten.

Einen Erben kann man auch in der Weise einsetzen, dass er für eine gewisse Zeit den Nachlass nutzen darf und ihn dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, häufig im Falle des eigenen Todes, an einen weiteren Erben abzugeben hat. Eine solche Konstruktion wird als Vor- und Nacherbfolge bezeichnet.

Wer ein Unternehmen vererben möchte, hat oft gesellschaftsrechtliche Regeln zu beachten, die erbrechtlichen Verfügungen vorgehen. Die Verhältnisse sind rechtlich und steuerlich häufig so kompliziert, dass nicht nur ein Anwalt, sondern auch ein Steuerberater hinzugezogen werden sollte.

In jedem Falle sollten Pflichtteilsrechte oder Pflichtteilsergänzungsansprüche, die durch lebzeitige Schenkungen des Verstorbenen ausgelöst werden können, bedacht werden. Derartige Rechte stehen Kindern und Kindeskindern, sind solche nicht vorhanden, auch Eltern, zu. Sie können normalerweise nicht ausgeschlossen werden.

Wer selbst ein Testament verfassen möchte, muss es von Anfang bis Ende mit der Hand schreiben und den Text unterschreiben, anderenfalls wäre es nichtig. Ferner sollten Ort und Zeit angegeben werden. Ein Testament kann auch durch einen Notar beurkundet werden. Ist eine erbrechtliche Bindung gewünscht, sollte die Form des Erbvertrages gewählt werden, der in jedem Falle von einem Notar zu beurkunden ist. Eheleute können auch privatschriftlich gemeinsam ein Testament verfassen und sich hierdurch wechselseitig binden.

Wer einer nahestehenden Person eine Lebensversicherungssumme nach seinem Tod überlassen möchte, braucht sich nicht an die erbrechtlichen Regelungen zu halten. Es können jedoch Pflichtteilsergänzungsansprüche in Frage kommen.

Die Rechte und Pflichten nach dem Erbfall

Stirbt jemand, so gehen seine Rechte und Pflichten unmittelbar auf die durch Testament oder Erbvertrag bestimmten Erben über. Gibt es solche Verfügungen nicht, erben die gesetzlichen Erben.

Jeder kann die Erbschaft ablehnen, indem er sie ausschlägt. Die gesetzliche Form ist einzuhalten und eine sechswöchige Frist. Sie beginnt bei gesetzlicher Erbfolge ab Kenntnis des Erbfalles und bei der Erbfolge durch eine letztwillige Verfügung, nachdem das Nachlassgericht Testament oder Erbvertrag bekannt gegeben hat.

Es ist zu klären, ob ein Erbschein nötig ist oder ob Vollmachten, die über den Tod hinausgehen, ausreichen, um Erbrechte zu realisieren. Der oder die Erben müssen Vermächtnisse und Pflichtteilsansprüche erfüllen. Erbengemeinschaften sind auseinanderzusetzen.

Wurde Grundbesitz vererbt, sollte das Grundbuch berichtigt werden. Innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Erbfall ist das kostenfrei.

Erbschaftsteuer

Glücklicherweise fallen die meisten Nachlässe unter die persönlichen Freibeträge, so dass keine Erbschaftsteuer zu entrichten ist. Dennoch hat jeder Erbe oder Vermächtnisnehmer das Finanzamt für Erbschaftsteuern zu unterrichten, sobald der Erbfall bekannt geworden ist. Eine Ausnahme gilt für den Fall, dass die Erbschaft aus einem notariellen Testament oder Erbvertrag hergeleitet wird und keine Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen zum Nachlass zählen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie in dem als PDF-Dokument verlinkten Text „Erben und Vererben – Hinweise zur ersten Orientierung“.

Wenn Sie Beratung zur Gestaltung Ihrer Erbfolge benötigen, insbesondere zur Unternehmensnachfolge, vereinbaren Sie gern einen Termin für ein Beratungsgespräch. Soweit wir als Anwälte tätig werden, vereinbaren wir im Allgemeinen ein Zeithonorar. Wenn wir als Notare eine Erbregelung beurkunden oder einen Erbscheinsantrag formulieren, sind wir an die Kostenordnung gebunden. Entscheidend ist in diesem Falle der Wert des Vermögens. Sie können sich über die Kosten vorab telefonisch informieren.

Zudem hat die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht beim Deutschen Anwaltverein eine Homepage zu Ihrer Information erstellt.

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    • Matthias Winterstein

      Partner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Erbrecht, Fachanwalt für Familienrecht, Notar mit Amtssitz in Ahrensburg

    • Maraike Lehnhoff

      Rechtsanwältin
      Fachanwältin für Erbrecht