Pflichtteil: Wer muss den Pflichtteil zahlen? (Teil 4)

Rechtsanwalt und Notar Arnim Buck

Arnim Buck

Wer zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehört und enterbt worden ist, hat gegen den Erben einen Auskunftsanspruch in der ersten Stufe. Steht anhand eines geordneten Verzeichnisses fest, welchen Wert der Nachlass zum Zeitpunkt des Erbfalls (nach Abzug der Verbindlichkeiten – nicht Erbschaftssteuern!) hatte, kann der Pflichtteilsanspruch in der zweiten Stufe beziffert werden. Der Höhe nach geht es um die Hälfte des gesetzlichen Erbteils (Vermächtnisse bleiben unberücksichtigt!).

Beispiel:
Hatte der verwitwete Erblasser zwei Kinder, aber nur ein Kind in seinem Testament zum (Allein-)Erben eingesetzt, ist das andere Kind „enterbt“ und auf den Pflichtteil beschränkt. Gesetzliche Erbquote wären 50% für jedes Kind gewesen; der Pflichtteil beträgt also im Beispiel 25%. Schuldner ist grundsätzlich der Erbe (nicht ein Testamentsvollstrecker!) – bei mehreren Erben entsprechend der Erbquoten. Besteht im Beispiel der Nachlass nur aus einer Eigentumswohnung (Wert: € 100.000,–), kann das enterbte Kind von dem Erben (= Geschwister) € 25.000,– verlangen.

Es gibt Ausnahmen. Gab es in den letzten 10 Jahren Schenkungen und kann der Erbe eine Beschränkung der Haftung einwenden, kann sich der Anspruch auf Ergänzung des Pflichtteils ausnahmsweise gegen den Beschenkten richten.

 

Arnim Buck
Rechtsanwalt und Notar (Bargteheide)

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