Pflichtteil: Unterlassene Anrechnung einer Schenkung – das klassische Eigentor (Teil 3)

Rechtsanwalt und Notar Arnim Buck

Arnim Buck

Wer als Erblasser mit einem Pflichtteilsberechtigten konfrontiert ist, der nicht Erbe werden soll, sucht häufig nach Möglichkeiten, den Pflichtteilsanspruch möglichst gering zu halten. Der Erblasser, der über der Gestaltung seines Testaments brütet, erlebt die Erinnerung an Schenkungen in der Vergangenheit an den Pflichtteilsberechtigten wie eine „Erleuchtung“.

Von außen wirkt es oft so, als hätte Wicky die rettende Idee gehabt. Es heißt dann begeistert: „Der oder die hat schon was bekommen! Das rechnen wir an!“ In den meisten Fällen wird der Erblasser aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt (werden müssen). Denn Schenkungen (wie z.B. die Übertragung von Grundbesitz (Bauplatz) auf das pflichtteilsberechtigte Kind) können nach dem Gesetz nur dann auf den Pflichtteil angerechnet werden, wenn sich der Erblasser vor oder bei Vollzug der Schenkung diese Anrechnung vorbehalten hat. Daran wird es häufig scheitern. Man wühlt dann in den alten Überlassungsverträgen – und findet dazu nichts. Nachträglich kann man nichts mehr anrechnen. Die Folge ist, dass die frühere Schenkung „neutral“ ist.

Tipp:
Bei mehreren Kindern sollte man bei Schenkungen an ein Kind immer eine Anrechnung vornehmen, auch wenn das Verhältnis aktuell „top“ ist.

Arnim Buck
Rechtsanwalt und Notar (Bargteheide)

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