Immobilienrecht: Baulast als wertmindernder Faktor

Rechtsanwalt und Notar Arnim Buck

Arnim Buck

Wer ein Grundstück kauft bzw. verkauft, wird mit dem Begriff „Baulast“ konfrontiert. Was ist das? Die Baulast stellt „nur“ eine Verpflichtung des Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsichtsbehörde dar – und nicht gegenüber den Grundstücksnachbarn.

 

Privat rechtlich entfaltet die Baulast keine Wirkung. Sie wird häufig im Zusammenhang mit einem Bauantrag von der Behörde eingefordert, z.B. bei Nichteinhaltung von Grenzabständen. Die Formel lautet in diesen Fällen: Ohne Baulast (auf dem Nachbargrundstück) keine Baugenehmigung. Die Baulast ist damit kein „Teufelswerk“, sondern im Gegenteil die Chance des Eigentümers, die Bebauungsmöglichkeit seines (begünstigten) Grundbesitzes zu erweitern. Die Baulast stellt aber für den belasteten Grundbesitz des Nachbarn eine dauerhafte Einschränkung der Nutzung dar, so dass sie für diesen durchaus wertmindernd sein kann. Sie wird nicht im Grundbuch eingetragen, sondern in dem bei der Bauaufsichtsbehörde geführten Baulastenverzeichnis. Ist die Baulast erst einmal eingetragen, bleibt sie auch so lang bestehen, bis die Behörde darauf verzichtet. Bei einem Verkauf wird sie vom Käufer des belasteten Grundbesitzes automatisch „miterworben“. Als Käufer sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Die perfekte Vorbereitung eines Grundstückskaufs umfasst also auch einen Auszug aus dem Baulastenverzeichnis. Ist eine Baulast vorhanden, kann ihr wertmindernder Faktor bei der Kaufpreisermittlung berücksichtigt werden.

 

Arnim Buck
Rechtsanwalt und Notar
(Amtssitz Bargteheide)

  • Zentrale Ahrensburg

    T: 04102 / 51 600
    F: 04102 / 516019
    info@kanzlei-winterstein.de

    • Kanzlei Ahrensburg

      Rathausplatz 25
      22926 Ahrensburg

    • Kanzlei Bargteheide

      Rathausstraße 14
      22941 Bargteheide