Grundstückskaufvertrag: Der vollmachtlose Vertreter

Rechtsanwalt und Notar Arnim Buck

Arnim Buck

Häufig wollen Verkäufer nicht persönlich bei der Beurkundung eines Grundstückskaufvertrages beim Notar anwesend sein, sondern lassen für sich einen sog. vollmachtlosen Vertreter auftreten. Der Verkäufer genehmigt dann bei seinem Haus- und Hof-Notar später nach. Solange diese Genehmigung nicht beim Verkäufer zugegangen ist, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam. Die Kosten der Nachgenehmigung gehen üblicherweise zu Lasten des Vertretenen. Wenn zügig nachgenehmigt wird, ist buchstäblich „alles in Butter“. Dieses Modell bietet hohe Flexibilität und ist entsprechend beliebt. Leider gibt es auch „Störfälle“: Was ist, wenn der Verkäufer nicht nachgenehmigt?

Ein Klassiker wäre der Verkäufer, der erst nach der Beurkundung entdeckt, dass er bei einem Verkauf aus seiner Sicht eine viel zu hohe Vorfälligkeitsentschädigung an seine Gläubigerbank zahlen muss. Der Verkäufer wäre dann motiviert, gar nichts zu tun. Oder der Verkäufer will lieber an einen Dritten verkaufen, der mehr bietet? Der Käufer könnte in einem solchen Fall dem Verkäufer eine Frist zur Nachgenehmigung setzen. Das geschieht häufig über den Notar. Nach ergebnislosem Fristablauf wäre der Vertrag endgültig gescheitert. Wer aber trägt die Kosten des Vertrages und die damit zusammenhängenden Aufwendungen? Grundsätzlich der Käufer.

Ist das nicht unfair, werden viele denken? Nein; denn der Käufer hat sich diesem Risiko bewusst ausgesetzt. Jeder kann zu jeder Zeit von einem Vertrag Abstand nehmen. Dazu bedarf es noch nicht einmal eines triftigen Grundes. Nur, wenn eine besonders schwere Treuepflichtverletzung (z.B. beim Vorspiegeln einer tatsächlich nicht vorhandenen Abschlussbereitschaft) vorliegen würde, käme ein Schadensersatzanspruch in Betracht. Wer sich als Käufer davor schützen möchte, fährt dann mit dem Modell „beurkundete Verkaufsvollmacht“ besser. Der Kaufvertrag würde dann sofort wirksam sein.

 

 

Arnim Buck

Rechtsanwalt und Notar (Bargteheide)

  • Zentrale Ahrensburg

    T: 04102 / 51 600
    F: 04102 / 516019
    info@kanzlei-winterstein.de

    • Kanzlei Ahrensburg

      Rathausplatz 25
      22926 Ahrensburg

      T: 04102 / 51 600
      F: 04102 / 51 6019

    • Kanzlei Bargteheide

      Rathausstraße 14
      22941 Bargteheide

      T: 04532 / 70 17
      F: 04532 / 50 59 419