Recht auf Homeoffice?

Dr. Britta Bradshaw

Viele Unternehmen geben ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, im Homeoffice – also ganz oder teilweise von zu Hause aus – zu arbeiten. Dabei wird das Arbeitsverhältnis in seinem Bestand nicht berührt; lediglich der Ort der Arbeitsleistung wird verändert. Hat der Mitarbeiter einen Anspruch auf die Arbeit im Homeoffice, rechtlich also auf Zuweisung eines anderen Arbeitsortes?

Das meint das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz

Im zu entscheidenden Fall des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Urteil v. 12.12.2014 – 5 Sa 378/14) hatte eine Mitarbeiterin ihren Arbeitgeber verklagt, weil sie vorrübergehend im Homeoffice beschäftigt werden wollte. Sie hatte eine längere Elternzeit zurückgelegt und war danach längere Zeit krank gewesen. Darüber hinaus konnte sie ihren Sohn aus gesundheitlichen Gründen nur kurzweilig unterbringen. Das Landesarbeitsgericht hat wie auch andere Gerichte zuvor klar geurteilt: Einem Mitarbeiter steht ein Anspruch auf Versetzung an einen anderen Arbeitsort nicht zu, sofern hiermit unangemessen in die Organisation des Arbeitgebers eingegriffen wird.

Ist das immer so?

Das bedeutet nicht, dass ein Recht auf Homeoffice generell nicht besteht. Es kommt darauf an, ob das Interesse des Arbeitnehmers auf Rücksicht und Fürsorge das Interesse des Unternehmens an Organisation überwiegt. Der Mitarbeiter muss gewichtige Gründe vortragen, über die das Gericht dann entscheidet.

Fazit

Sollten Sie sich also in der Situation befinden, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber die Arbeit im Homeoffice aus nicht nachvollziehbaren Gründen verweigert, beraten Sie wir gern zu Ihren Möglichkeiten.

Dr. Britta Bradshaw
Rechtsanwältin

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