Erbschaftsteuer: Abziehbare Nachlassverbindlichkeiten

Nach dem Tod stellt sich für die Erben des Verstorbenen die Frage, welche Nachlassverbindlichkeiten abziehbar sind. Relevant ist die Frage besonders bei der Berechnung etwaiger Pflichtteilsansprüche und bei der Ermittlung der Erbschaftsteuer.

Der Bundesfinanzhof (Urteil vom 26.05.2017, Az. II R 33/15) musste entscheiden, ob Kosten für die Beseitigung eines durch die Heizölqualität hervorgerufenen Schadens an einer Heizungsanlage bei der Bemessung der Erbschaftsteuer abzugsfähig sind. Die Besonderheit des Falles war: Der Erblasser hatte das Heizöl selbst bestellt. Der Schaden an der Heizungsanlage trat aber erst nach seinem Tod ein.

Die beteiligten Gerichte sind sich einig, dass sich der Schaden nicht auf die Höhe der Erbschaftsteuer auswirkt. Zugrunde liegt die Argumentation, dass selbst Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die zum Zeitpunkt des Todes bereits eingetreten und nicht beseitigt worden sind, nicht als Nachlassverbindlichkeiten zu berücksichtigen sind. Nach Auffassung der Gerichte könne das bei Schäden, die erst nach dem Tod eintreten, nicht anders sein.

Fazit

Die Beurteilung, welche Ausgaben bei der Berechnung von Pflichtteilsansprüchen oder der Erbschaftsteuer abzuziehen sind, ist stets eine Einzelfallprüfung. Es empfiehlt sich daher stets, vor der Berechnung von Pflichtteilsansprüchen oder der Abgabe der Erbschaftsteuererklärung fachkundigen Rat einzuholen, um Missverständnisse oder Falschberechnungen zu vermeiden.

Maraike Lehnhoff
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Erbrecht

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