Kündigung wegen Alkohol

Kündigung wegen Alkohol: Keine Bestrafung für die Vergangenheit

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Urteil vom 02.05.2017 – 11 Sa 2062/16) hat wieder einmal klargestellt: Eine Kündigung darf keine Bestrafung für die Vergangenheit sein. Sie ist nur dann zulässig, wenn der Arbeitgeber davon ausgehen darf, dass der Arbeitnehmer auch in Zukunft gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen wird.

In dem zu entscheidenden Fall hatte ein Mitarbeiter gegen ein striktes Alkoholverbot am Arbeitsplatz verstoßen. Er war in einer Pause während der Nachtschicht mit Kollegen in eine Gaststätte gegangen und hatte dort Alkohol konsumiert. Der Arbeitgeber sprach eine fristgemäße, verhaltensbedingte Kündigung aus. Zu Unrecht, meinen die Richter: Eine Kündigung wegen des Verstoßes gegen das Alkoholverbot sei nicht „einfach so“ gerechtfertigt. Die Umstände des Einzelfalls, die Verhältnismäßigkeit und zukünftiges Verhalten sind gegeneinander abzuwägen. Im konkreten Fall hätte der Kläger zunächst abgemahnt werden müssen.

Dr. Britta Bradshaw
Rechtsanwältin

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