Versetzung nach Berlin!

Darf ein Mitarbeiter einfach an einen anderen Arbeitsort versetzt werden (hier: von Dortmund nach Berlin)?

Das Bundesarbeitsgericht (18.10.2017 – 10 AZR 330/16) meint „Nein“. Weist das Unternehmen die Versetzung an, muss der Arbeitnehmer die Weisung nicht befolgen, wenn die Grenzen des billigen Ermessens nicht gewahrt sind.

Was meint das Gericht mit billigem Ermessen?

Darunter verstehen Juristen, dass die Interessen beider Parteien zu berücksichtigen sind. Letztlich ist stets eine Einzelfallbetrachtung des Falles nötig. Im zu entscheidenden Fall war es schon vor der Versetzung zu Konflikten zwischen Unternehmen und Mitarbeiter gekommen.

Als dann Kollegen mitteilten, mit dem betreffenden Mitarbeiter nicht mehr zusammen arbeiten zu wollen, wies die Firma die Versetzung von Dortmund nach Berlin an.

Im Arbeitsvertrag war eine Versetzungsklausel enthalten, die sich auf das gesamte Unternehmen bezog. Der Mitarbeiter trat die Stelle in Berlin nicht an und erhielt eine Abmahnung und schließlich eine Kündigung.

Mit seiner Klage hatte der Mitarbeiter Erfolg

Das Bundesarbeitsgericht hielt die Versetzungsanweisung für unbillig, mit der Folge, dass die arbeitsrechtlichen Strafmaßnahmen (Abmahnung und Kündigung) unwirksam waren.

In seiner Begründung hat das Bundesarbeitsgericht angegeben, dass Anlass für die Versetzung die Weigerung der Kollegen gewesen sei, mit dem betreffenden Mitarbeiter zusammen zu arbeiten. Die Interessen des Mitarbeiters wurden hierbei nicht ausreichend gewürdigt.

Dr. Britta Bradshaw
Rechtsanwältin

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