Die Düsseldorfer Tabelle – Änderungen 2017

Die Düsseldorfer Tabelle ist bei der Berechnung und Festsetzung des Kindesunterhaltes ein Begriff. Zum 1.1.2017 änderten sich nun auch wieder die Beträge für den Bedarf der Kinder, so erhöhte sich der Bedarf beim sog. Mindestunterhalt für Kinder im Alter von 0-5 Jahren von 335,00 € auf 342,00 €; für Kinder im Alter von 6-11 Jahren von 384,00 € auf 393,00 €; für Kinder von 12-17 Jahren von 450,00 € auf 460,00 € und für Kinder ab 18 Jahren von 516,00 € auf 527,00 €.

Dabei handelt es sich zunächst allerdings nur um den Bedarf des Kindes. Bei dem eigentlichen Betrag, den der Unterhaltspflichtige tatsächlich zahlen muss – der sogenannte Zahlbetrag – ist noch das hälftige Kindergeld in Abzug zu bringen. Das Kindergeld soll ab dem 1.1.2017 ebenfalls erhöht werden. Für die ersten beiden Kinder von 190,00 € auf 192,00 € und für das 3. Kind von 196,00 € auf 198,00 € und ab dem 4. Kind von 221,00 € auf 223,00 €.

Für die Zahlbeträge bedeutet es, dass der Mindestunterhalt für Kinder im Alter von 0-5 Jahren 246,00 € (vorher 240,00 €) beträgt; für Kinder von 6-11 Jahren 297,00 (vorher 289,00 €); für Kinder von 12-17 Jahren 364,00 € (vorher 355,00 €) und für Kinder ab 18 Jahren 335,00 € (vorher 326,00 €).

Was man noch zur Düsseldorfer Tabelle wissen sollte

Die Düsseldorfer Tabelle gibt den Bedarf eines Kindes pauschal vor, der sich je nach der Einkommenshöhe des Unterhaltsverpflichtetet ergibt. Daher gibt es sogenannte Einkommensgruppen. Der Mindestunterhalt z.B. bezieht sich auf das Einkommen des Unterhaltspflichtigen, welches bei bis zu 1.500,00 € liegt. Ab einem Einkommen von 1.501,00 € bis 1.900,00 € befindet man sich in der Einkommensgruppe 2.

Die Düsseldorfer Tabelle ist so konstruiert, dass die Beträge sich danach bemessen, wenn es zwei Unterhaltsberechtigte gibt, also entweder zwei Kinder oder ein Kind und z.B. die Mutter und Ehefrau, die Unterhaltsansprüche geltend machen kann. Sobald der Unterhaltspflichtige aber drei Personen gegenüber Unterhalt schuldet, darf man in der Einkommensgruppe eine Stufe runter gehen. Hat also der Vater ein Einkommen nach der 5. Einkommensgruppe (2.701,00 € bis 3.100,00 €) und muss Unterhalt für zwei Kinder und seiner getrenntlebenden Ehefrau Unterhalt zahlen, bemisst sich der Kindesunterhalt nicht mehr nach der Einkommensgruppe 5, sondern nach der Einkommensgruppe 4. Andersherum gilt dies aber auch. Ist der Vater nach der Berechnung des Einkommens in die Gruppe 2 einzuordnen, schuldet aber nur einem Kind Unterhalt, dann bemisst sich der Unterhalt des Kindes nicht nach der Gruppe 2, sondern nach der Einkommensgruppe 3.

In der familienrechtlichen Praxis bereitet es keine Schwierigkeiten, den Kindesunterhalt anhand der Tabelle zu ermitteln. Die große Schwierigkeit besteht darin, dass Einkommen des Unterhaltspflichtigen zu ermitteln. Hierbei ist nicht einfach auf die Gehaltsabrechnung zu schauen. Aus den Gehaltsnachweisen lässt sich lediglich das Nettoeinkommen ermitteln. Unterhaltsrechtlich sind weitere Abzüge, wie Rentenversicherungen, Zusatzkrankenversicherungen oder bestimmte Verbindlichkeiten aus Darlehen.

Es ist also ratsam sich für die Ermittlung des eigentlichen sogenannten unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens anwaltliche Unterstützung zu suchen.

Anna Winterstein
Rechtsanwältin

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