Die Crux mit dem Widerrufsrecht

Das kennen wir doch alle.

Wir gehen mit einem ganz bestimmten Ziel in ein Geschäft, wir wissen ganz genau was wir brauchen. Aber wir wissen auch, wie Verkäufer – die etwas von ihrem Job verstehen – sind. Sie verkaufen einem Eskimo einen Kühlschrank.

So erging es auch einem Mandanten. Er erzählte mir, dass er eigentlich nur den Tarif der Partnerkarte seiner Ehefrau hatte ändern lassen wollen.

Aber dann hätte er das Angebot für einen Datentarif nett gefunden und gedacht: „Ach, ich kann mir das ja zwei Wochen lang überlegen und den Vertrag dann ggf. widerrufen.“ Um so erstaunter war er dann, dass genau das nicht ging. Ein Widerrufsrecht, so wie wir es alle für Käufe im Internet kennen, gibt es grundsätzlich nur bei Verträgen, die außerhalb der Geschäftsräume des Anbieters geschlossen werden: sei es per Telefon oder E-Mail oder auch bei Verkaufsgesprächen in Ihrer Küche. Wenn Sie sich aber in ein Geschäft begeben, sind Sie an den dort geschlossenen Vertrag gebunden.

Und übrigens

Über ein nicht bestehendes Widerrufsrecht müssen Sie auch nicht aufgeklärt werden. Das der Verkäufer dem Kunden nicht sagt, dass der Vertrag bindend ist, ist kein schuldhaftes Verhalten. Denn wie sagten schon die alten Römer: pacta sunt servanda.

Simone Winkler
Rechtsanwältin
Fachanwältin für IT-Recht

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