Haben Adoptivkinder ein gesetzliches Erbrecht?

Adoptivkinder sind „Abkömmlinge“ desjenigen, der sie adoptiert hat. Welche erbrechtlichen Konsequenzen – z.B. ein gesetzliches Erbrecht – daraus folgen, hängt davon ab, nach welchem Recht adoptiert wurde.

Minderjährigen- oder Volljährigenadoption – beides führt zu unterschiedlichen rechtlichen Konsequenzen im Erbrecht

Es gibt zwei Möglichkeiten: Wurde nach dem Recht der Minderjährigenadoption adoptiert, erlangt das Adoptivkind die volle rechtliche Stellung eines Kindes des Annehmenden. Das Erbrecht ist uneingeschränkt. Aus Sicht der Großeltern kommt man so zu einem neuen „vollwertigen“ Enkelkind, auch wenn man es nicht mag.

Wird das Adoptivkind z.B. in dem gemeinschaftlichen Testament der Großeltern im Rahmen der Schlußerbeneinsetzung bei der Ersatzerbfolge ausdrücklich ausgeschlossen, hat es einen Pflichtteilsanspruch. Erfolgte hingegen eine Volljährigenadoption, gelten andere „Spielregeln“. Das Erbrecht ist eingeschränkt: Dieses Adoptivkind gilt als nicht verwandt mit den Verwandten seiner Adoptiveltern, d.h. es hätte kein Pflichtteilsrecht nach den Großeltern.

Fazit

Auch in diesen Fällen empfiehlt es sich, aus Sicht der Großeltern bei der Schlußerbeneinsetzung eindeutige Formulierungen in ihrer letztwilligen Verfügung zu wählen. Damit stellen sie sicher, dass der Nachlaß auch dort ankommt, wo er aus Sicht der Großeltern ankommen soll.

Arnim Buck
Rechtsanwalt und Notar (Amtssitz Trittau)
Fachanwalt für Arbeitsrecht

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