Klassische Rechtsirrtümer Teil 2: Eine Vorsorgevollmacht aus dem Internet reicht völlig

Arnim Buck

Arnim Buck

Paul ist sparsam. Er „besorgt“ sich aus dem Internet einen Entwurf einer Vorsorgevollmacht (= Generalvollmacht ) und setzt per Hand seinen Sohn Manfred als Bevollmächtigten ein.

Paul hat diversen Grundbesitz und ist Inhaber einer Firma (GmbH). Paul sagt zu seinem Sohn: „Wenn mir was passiert, kannst du mit der Vollmacht alles regeln.“ Der Sohn glaubt das. Ein fataler Irrtum!

Entscheidende Nachteile einer privatschriftlichen Vollmacht

Paul hat zwar die Notarvergütung gespart, aber im Ernstfall – d.h. Paul wird handlungsunfähig – kann sein Sohn für ihn in Grundbuch- und Handelsregistersachen nicht handeln, weil es dafür einer notariellen Vollmacht bedarf.

Ohne notarielle Vollmacht „droht“ die Betreuung

Es bliebe dann nur die Möglichkeit, einen Betreuer einzusetzen, was Paul unbedingt vermeiden wollte. Das erforderliche gerichtliche Vorverfahren kann sich bei einer Betreuerbestellung eventuell zeitlich hinziehen. Bei bestimmten Geschäften wie z.B. Grundstückskaufverträgen muss das Rechtsgeschäft vom Betreuungsgericht genehmigt werden. Demgegenüber wäre die notarielle Vollmacht sofort einsetzbar.

Fazit

Wer z.B. seinen Ehegatten und/oder seine Kinder bevollmächtigen, sollte sich rechtlich beraten lassen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Arnim Buck

Rechtsanwalt und Notar (Amtssitz Trittau)

Fachanwalt für Arbeitsrecht

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