Klassische Rechtsirrtümer Teil 1: Meine Ehefrau erbt sowieso alles

Arnim Buck

Arnim Buck

Die Eheleute sind kinderlos geblieben. Über ein Testament machen sie sich keine Gedanken. Denn der Ehemann meint, das sei überflüssig: „Du erbst ja sowieso alles!“, sagt er zu seiner Frau, die das glaubt. Ein fataler Irrtum.

Das Problem: Der Erblasser hatte Halbgeschwister

Als er stirbt, will sie einen Erbschein beantragen – und erfährt zu ihrem Entsetzen, dass sie gar nicht Alleinerbin geworden ist. Vielmehr muss sie sich das Erbe mit zwei Halbgeschwistern ihres verstorbenen Mannes teilen.

Wieviel erbt der Ehegatte, wieviel die Halbgeschwister?

Die Halbgeschwister erben in dem vorgenannten Fall je 1/8, also zusammen 1/4. Denn: Ehegatten erben neben Verwandten zweiter Ordnung die Hälfte. Lebten die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, kommt ein pauschaler Zugewinnausgleich von ¼ hinzu. Die Verwandten teilen sich in diesem Fall den „Rest“ von ¼ (nach Stämmen).

Fazit

Kinderlose Ehepaare sollten sich rechtlich beraten lassen, wie die gesetzliche Erbfolge nach dem Erstversterbenden aussieht. In einem Testament hätte der Ehemann seine Frau zur Alleinerbin einsetzen können. Die Halbgeschwister wären nicht pflichtteilsberechtigt gewesen.

Arnim Buck

Rechtsanwalt und Notar (Amtssitz Trittau)

Fachanwalt für Arbeitsrecht

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