Verschuldete Krankheit?

Dr. Britta Bradshaw

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Wird ein Mitarbeiter krank und dadurch arbeitsunfähig, hat er grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die Dauer von sechs Wochen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz. Voraussetzung ist jedoch, dass ihn an der Krankheit kein Verschulden trifft.

Wann Verschulden vorliegt und wann nicht, ist eine Frage, die Anlass für zahlreiche Rechtsstreitigkeiten gibt. Das Bundesarbeitsgericht erklärt eine verschuldete Krankheit als „Verstoß gegen das eigene Interesse eines verständigen Menschen“ (BAG vom 18.03.2015, 10 AZR 99/14). Aber auch diese Definition ist im Einzelfall schwierig anwendbar.

Gefährliche und nicht gefährliche Sportarten

In der Praxis kommt es beispielsweise häufig zu Sportunfällen, wobei die Rechtsprechung zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Sportarten unterscheidet. Allerdings wurde bislang weder Motorradrennen, Amateurfußball noch Drachenfliegen als gefährlich eingestuft mit der Folge, dass der Anspruch auf Entgeltfortzahlung stets bejaht wurde.

Alkoholmissbrauch

Ein anderes Thema ist Alkoholmissbrauch. Hier hatte das BAG (unter dem oben genannten Aktenzeichen) über einen Fall zu entscheiden, bei dem ein Mitarbeiter trotz zweimaliger Entzugstherapie rückfällig geworden war und arbeitsunfähig wurde. Das Bundesarbeitsgericht stufte die Arbeitsunfähigkeit als nicht verschuldet ein und stellte die Alkoholsucht als Krankheit fest. In diesem Fall könne kein Verschulden gegen sich selbst vorliegen.

Dr. Britta Bradshaw

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