Teilzeit nach Elternzeit: Theorie und Wirklichkeit

Dr. Britta BradshawFast wöchentlich kommen Mandantinnen zu mir, die nach der Elternzeit Teilzeit auf ihrem alten Arbeitsplatz arbeiten möchten.

Ablehnung der Teilzeittätigkeit

Einige Chefs scheinen jedoch durch den Mutterschutz ihrer Mitarbeiterinnen nahezu beleidigt zu sein und verweigern Teilzeittätigkeit mit der Begründung, dies sei betrieblich nicht möglich. In manchen Fällen wird Mitarbeiterinnen sogar angeboten, dass sie jetzt anstatt beispielsweise in Hamburg nur noch in Düsseldorf, und zwar Vollzeit, arbeiten könnten.

Recht auf Teilzeit

Zu Recht sind die Mütter verzweifelt und bitten um rechtliche Hilfe. Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht, auf Antrag eine Verringerung seiner Arbeitszeit zu verlangen. Voraussetzung ist nach § 8 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG), dass das Arbeitsverhältnis schon länger als sechs Monate besteht, im Unternehmen mehr als fünfzehn Mitarbeiter beschäftigt sind und der Teilzeitantrag mindestens drei Monate vorher gestellt wurde.

Was beachtet werden muss

Darüber hinaus dürfen keine betrieblichen Gründe entgegenstehen und ein früher gestellter Teilzeitantrag muss schon länger als zwei Jahre her sein. Beim Teilzeitantrag ist unbedingt darauf zu achten, dass die geplante Lage der Arbeitszeit (also beispielsweise montags bis freitags 9.00 bis 13.00 Uhr) konkret dargestellt wird. Darüber hinaus muss der Antrag schriftlich, also mit Originalunterschrift, bei dem Arbeitgeber eingehen. Reagiert der Arbeitgeber auf den Antrag gar nicht, gilt die Teilzeit als genehmigt. Anderenfalls muss der Arbeitgeber spätestens einen Monat vor beantragtem Termin schriftlich die Ablehnung mitteilen. Lehnt der Arbeitgeber die Teilzeitbeschäftigung ab, bleibt meist nur ein gerichtliches Verfahren auf Durchsetzung der Teilzeittätigkeit. Zu diesem Zeitpunkt ist die Lust, zum alten Arbeitgeber zurück zu kehren, selbstverständlich schon gebremst. Oft können vor Gericht dann Aufhebungsvereinbarungen mit Abfindungen erzielt werden.

Fazit

Im Ergebnis lässt sich festhalten: Wird ein formgerechter Teilzeitantrag abgelehnt, sollte man nicht gleich verzweifeln. Mit rechtlicher Beratung kann über Umwege eine für den Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin günstige Aufhebung des Arbeitsverhältnisses erreicht werden. Ein bitterer Beigeschmack bleibt jedoch. Die Notwendigkeit der Berufsausübung durch Mütter (oder Väter) in Teilzeit ist in vielen Unternehmen noch nicht angekommen.

Dr. Britta Bradshaw

Rechtsanwältin

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