Strafanzeigen bei Trennung der Eheleute

Matthias Winterstein

Das Landgericht Hamburg hat aktuell einen 42-jährigen wegen Vortäuschen einer Straftat verurteilt.

Sachverhalt

Darum ging es:

Der Ehemann erschien auf dem Polizeirevier und erklärte, dass ihm Fahrzeugbrief und beide Fahrzeugschlüssel seines Porsche aus dem eigenen Haus gestohlen worden seien. Er erstattete Diebstahlanzeige gegen Unbekannt. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Ehemann aber, dass die Gegenstände sich bei seiner getrenntlebenden Ehefrau befanden. Die Staatsanwaltschaft erhob deshalb Anklage wegen „Vortäuschens einer Straftat“.

Das Verfahren

Im Gerichtsverfahren sagte dann die Ehefrau aus, dass sie ihrem Mann in einem Telefonat gesagt habe, dass sie die Schlüssel an sich genommen hatte. Sie hatte die Schlüssel einer Freundin zur Aufbewahrung gegeben. Das erfolgte vor dem Hintergrund, dass ihr der Ehemann bei seinem Auszug gedroht habe: „Bereite dich darauf vor, dass Du ab jetzt zu Fuß gehen kannst.“ Das Landgericht führte zur Begründung der Strafe aus: Während des Zusammenlebens habe das Paar die gemeinsame Herrschaft über alle Gegenstände gehabt. Indem die Ehefrau der Freundin die Schlüssel des Porsche übergab, habe sie versucht, ihrem Mann zuvorzukommen, bevor der Ehemann Ihr den Porsche wegnehmen konnte. Sie habe letztendlich nur die ihr eingeräumte Nutzungsmöglichkeit erhalten, das sei kein Diebstahl. Der Ehemann hingegen habe wider besseren Wissens Anzeige erstattet und so eine Straftat vorgetäuscht. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Ehemann können Revision einlegen.

Matthias Winterstein

Fachanwalt für Familienrecht

  • Zentrale Ahrensburg

    T: 04102 / 51 600
    F: 04102 / 516019
    info@kanzlei-winterstein.de

    • Kanzlei Ahrensburg

      Rathausplatz 25
      22926 Ahrensburg

      T: 04102 / 51 600
      F: 04102 / 51 6019

    • Kanzlei Bargteheide

      Rathausstraße 14
      22941 Bargteheide

      T: 04532 / 70 17
      F: 04532 / 50 59 419