Berechnung der Kündigungsfrist – Zählt die Ausbildungszeit mit?

Arnim Buck

Der Experte staunt, der Laie wundert sich. Das Gesetz stellt bei der Berechnung der Kündigungsfristen ausdrücklich auf das „Arbeitsverhältnis“ ab. Das Ausbildungsverhältnis ist kein Arbeitsverhältnis. Da sind sich alle einig. Trotzdem hat das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil v. 2.12.1999, Az.: 2 AZR 139/99) bereits im Jahr 1999 entschieden, dass die Ausbildungszeit zu berücksichtigen ist, sofern der Mitarbeiter direkt nach der Ausbildung von dem Betrieb übernommen wurde. Das bedeutet, dass der kündigende Arbeitgeber die Ausbildungszeit zu der Beschäftigungsdauer im Arbeitsverhältnis zu addieren hat. Beispiel: Anton hat nach seiner erfolgreichen Ausbildung vom 01.08.2006 bis zum 31.05.2009 sofort einen Job bei seinem Ausbildungsbetrieb bekommen. Am 26.05.2016 erhielt er die Kündigung. Anton ist nach der Berechnungsweise des BAG über 9 Jahre bei dem Betrieb beschäftigt, daher beträgt seine Kündigungsfrist nach § 622 Absatz 2 BGB drei Monate zum Monatsende (es wären nur zwei Monate ohne die Ausbildungszeit!). Sofern die Kündigung wirksam ist, kann das Arbeitsverhältnis erst zum 31.08.2016 ordentlich beendet werden.

Arnim Buck

Fachanwalt für Arbeitsrecht

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