Pflichtteilsrecht: Welcher Wert gilt?

Arnim Buck

Die Pflichtteilsberechtigten, also Ehegatten, Abkömmlinge und Eltern des Erblassers, haben gegen die Erben einen Anspruch in Geld auf die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils. Beispiel: Die Witwe setzt in einem Testament ihre „gute“ Tochter zur Alleinerbin ein. Ihr „böser“ Sohn ist damit enterbt. Nach dem Tod der Mutter macht der Sohn seinen Pflichtteilsanspruch (25%) gegen seine Schwester geltend. Zur Berechnung seines Anspruchs ist der Wert des Nachlasses zum Todestag der Erblasserin heranzuziehen, d.h. bei Gold der zu diesem Tag gültige Goldkurs.

Pech für die erbende Schwester: Wenn der Goldkurs nach dem Todestag „in den Keller fällt“, bleibt diese Veränderung unberücksichtigt. Im übrigen ist für die Wertermittlung stets der Verkehrswert (zum Todestag) maßgeblich, d.h. der Wert, den man bei einem Verkauf erzielen könnte. Bei bebauten Grundstücken kommt man nicht um ein Wertgutachten herum. Bei nicht bebauten Grundstücken kann man sich an dem durchschnittlichen Bodenwert in der Gegend orientieren (gibt es beim Gutachterausschuß). Die Schwester wird alle Aktiva und Passiva (Schulden der Erblasserin, Beerdigungskosten) des Nachlasses aufstellen und miteinander verrechnen müssen. Nicht abzuziehen sind z.B. Vermächtnisse und Auflagen, die der Erbe laut Testament erfüllen muss, und die Erbschaftssteuer des Erben.

Arnim Buck

Rechtsanwalt und Notar (Trittau)

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