„Super-Vermächtnis“ – was ist das?

Arnim Buck

Beispiel: Die Eheleute, die jeweils ein Vermögen von € 500.000,– haben, setzen sich gegenseitig zu Alleinerben ein. Die beiden Kinder sollen nur Schlußerben nach dem Längstlebenden sein (= Berliner Testament). Vorsicht: Bei dieser Konstruktion werden die beiden Kinder nach dem Tod des ersten Elternteils „enterbt“. Folge: Die Kinder verlieren ihre Steuerfreibeträge von € 400.000,– pro Kopf nach dem ersten Elternteil. Wenn der Längstlebende der Eltern verstirbt, erben die beiden Kinder jeweils € 500.000,–. Da nach dem Längstlebenden auch der vorgenannte Freibetrag zur Verfügung steht, muss jedes Kind in dem Beispiel € 100.000,– versteuern.

Es fallen pro Kind € 11.000,– Erbschaftssteuer an. Ärgerlich, weil die Eltern mit Hilfe eines Super-Vermächtnisses dieses „Steuerproblem“ hätten lösen können: Denn mit diesem Vermächtnis ist der Längstlebende berechtigt, aus dem Nachlass des Erstversterbenden Vermögensgegenstände an die Kinder zu übertragen – und zwar wann (innerhalb von 10 Jahren) und in welcher Höhe er will, also in unserem Beispiel zwei Übertragungen im Wert von je € 100.000,–. Damit werden die Freibeträge nach dem Erstversterbenden wieder verwendet, mit der Folge, dass Erbschaftssteuer im Beispiel ganz vermieden werden kann bzw. sich bei größeren Vermögen zumindest spürbar reduziert.

Arnim Buck

Rechtsanwalt und Notar (Trittau)

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