Familienrechtliche Methoden zur Minimierung von Pflichtteilsrechten

Matthias Winterstein ist Notar mit Amtssitz in Ahrensburg und Fachanwalt für Erb- und Familienrecht

Matthias Winterstein ist Notar mit Amtssitz in Ahrensburg und Fachanwalt für Erb- und Familienrecht

Der Ausblick auf wertvolle Erbschaften in Deutschland rückt für Betroffene die Suche nach Gestaltungsmitteln zur Reduzierung von Pflichtteilsrechten in den Vordergrund. Hierzu gibt es zahlreiche erbrechtliche Methoden, aber auch das Familienrecht hält Möglichkeiten bereit.

Die Eheschließung

Durch die Eheschließung können Pflichtteilsrechte anderer effizient reduziert werden. Durch die hohe Pflichtteilsquote des Ehegatten werden zwangsläufig die Ansprüche der übrigen Pflichtteilsberechtigten erheblich begrenzt.

Wahl des Güterstandes

Aber auch bei bereits verheirateten Ehegatten kann die Wahl des Güterstandes relevant sein. Derzeit aktuell ist die so genannte Güterstandsschaukel. Eheleute vereinbaren während bestehender Ehe Gütertrennung. Diese Vereinbarung löst einen Zugewinnausgleichsanspruch aus. Die Zahl dann auf diesen Zugewinnausgleich ist pflichtteilsfest, wenn der Güterstand wirksam beendet wurde. Bei der Güterstandsschaukel kommt es also zuerst zur pflichtteilsfesten Übertragung von Vermögen im Rahmen des Güterstandswechsels. Im zweiten Schritt wird die Gütertrennung rückgängig gemacht und wieder die Zugewinngemeinschaft vereinbart. Das hat den Vorteil, dass im Todesfall der erbrechtlich bessere Güterstand der Zugewinngemeinschaft gilt.

Vergrößerung des Kreises der Berechtigten

Schließlich besteht die Möglichkeit, Pflichtteilsansprüche am Nachlass zu reduzieren, indem der Kreis der Pflichtteilsberechtigten vergrößert wird. Dies kann durch eine Adoption geschehen. Bei einer Erwachsenenadoption werden die verwandtschaftlichen Beziehungen zu der leiblichen Familie nicht wie bei einer minderjährigen Adoption vollständig durchtrennt. Damit ist die adoptierte Person vierfach pflichtteilsberechtigt. Durch das neue Kind reduzieren sich die Pflichtteilsrechte der anderen Kinder entsprechend.

In jedem Fall sollten sich Erblasser rechtzeitig kompetent durch einen Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.

Matthias Winterstein

Rechtsanwalt und Notar

Fachanwalt für Familien- und Erbrecht

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