Vorsicht beim Linksabbiegen!

Timm Schmoock ist Fachanwalt für Verkehrsrecht

Timm Schmoock ist Fachanwalt für Verkehrsrecht

Das Linksabbiegen gehört zu den gefährlichsten Fahrmanövern überhaupt. Dem Fahrer obliegt die sogenannte „doppelte Rückschaupflicht“ – neben dem Blick in den Spiegel ist zusätzlich der „Schulterblick“ gefordert. Was vielen Autofahrern nicht klar ist: Biegt man stattdessen „in einem Rutsch“ ab, haftet der Linksabbieger bei einem Unfall überwiegend. Dies ist einer Autofahrerin widerfahren, die von einer Landstraße links in eine Gemeindestraße abbiegen wollte. Dazu setzte sie rechtzeitig den Blinker und fuhr entsprechend langsam.

Der nachfolgende Fahrer sah das langsam fahrende Auto, nicht aber den Blinker – und begann zu überholen. Als beide Autos fast auf gleicher Höhe waren, bog die vorausfahrende nach links ab. Es kam zu einem heftigen Crash. Vor Gericht erklärte die Linksabbiegerin, dass sie sich vergewissert hatte, dass alles frei ist. Mit dem Überholenden hätte sie ihrer Meinung nach nicht rechnen müssen.

Die Richterin wollte aber wissen, ob sich die Linksabbiegerin auch unmittelbar vor dem Abbiegen noch einmal durch den „Schulterblick“ vergewissert habe, dass sie gefahrlos abbiegen kann. Die Linksabbiegerin gab zu, dass sie diesen Kontrollblick vergessen hatte.

Das überwiegende Verschulden sah das Gericht deshalb bei der Linksabbiegerin und bewertete ihren Haftungsanteil mit 70%. Wenn die vorausfahrende Linksabbiegerin den „Schulterblick“ gemacht hätte, so die Richterin, dann hätte sie das andere Fahrzeug noch gesehen und den Unfall vermeiden können. Das rechtfertige, bei der Haftungsverteilung nur die Betriebsgefahr beim Unfallgegner mit 30% zu berücksichtigen.

Timm Schmoock

Rechtsanwalt

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